Weben mit dem mobilen Gurtwebgerät

Kleiner Einkaufsbeutel in Salz-und-Pfeffer-Optik
Größe: ca. 26 x 38 cm

In diesem ersten Tutorial stelle ich ein einfaches, aber sehr nützliches Projekt vor, das Du leicht nacharbeiten kannst: Einen kleinen Einkaufsbeutel, der oben mit einer Kordel verschlossen wird. Er kommt ohne jede Verzierung aus (wenn man mal von der Quaste absieht). Aber gerade in dieser Schlichtheit wirkt er sehr schick.
Wenn Du aus dem Haus gehst, solltest Du ihn immer dabei haben, damit Du, wenn Du (wieder einmal) etwas zuviel eingekauft hast, Deine Einkäufe darin transportieren kannst. Gleichzeitig kannst Du auf diese Plastiktüten verzichten und Deine schöne Handwerkskunst präsentieren.

Du brauchst:
- 1 Wollwickler
- 4 Schärklammern
- 1 hohes Behältnis für die Garnspule
- 1 Paar Kreuzleisten
- 3 Abbindeschnüre
- 1 Spannleiste, 30 cm lang
- 1 Gatterkamm 50/10, das bedeutet eine Kettfadendichte von 5 Fäden pro cm
- 2 Webschiffchen
- 1 Streifen Bastelfilz, 30 cm lang
- 1 Maßband
- 1 Häkelnadel Nr. 1,5 oder 1 Blumendraht
- 1 Schere
- 1 Paketschnur ca. 6 m lang
- Baumwollgarn "Catania" von Schachenmayr, LL: 125 m/50 g
  3 x 50 g Farb-Nr. 00105 natur für die Kette und die Säume
  2 x 50 g Farb-Nr. 00110 schwarz für den Schuss
- 1 Baumwollkordel, 3 - 4 mm dick und ca. 100 cm lang

 

 

Kette schären:
Bevor du dich an das Schären der Kette machen kannst, musst du die Knäuel mit Hilfe eines Wollwicklers zu Garnspulen umspulen. Das ist unerlässlich, um eine gleichmäßige Kette herstellen zu können.

Für den kleinen Einkaufsbeutel benötigst du in der Farbe natur 149 Fäden + 2 Randkettfäden = 151 Fäden in einer Länge von 1,55 m.

Befestige 2 Schärklammern im Abstand von 1,55 m voneinander an der Tischkante. Im Abstand von etwa 30 cm und 45 cm von der linken Schärklammer befestigst du die beiden anderen Schärklammern für das Fadenkreuz. Um die dritte Klammer von links legst du einen Zählfaden.
Lege eine gewickelte Spule des Kettgarnes in das Behältnis, das du auf den Boden etwa in die Mitte zwischen Anfangs- und End-Schärklammer stellst. An den Fadenanfang deines Kettgarnes knotest Du eine Schlaufe, die du um die Klammer ganz links legst. Nun führst du den Faden von der ersten, zwischen der zweiten und dritten Klammer hindurch, bis zur letzten Klammer ganz rechts. Das entspricht der erforderlichen Kettlänge und stellt einen halben Gang dar.
Auf dem Rückweg kreuzt du den Faden zwischen der dritten und zweiten Klammer zum darunterliegenden Faden. Wieder bei der ersten Schärklammer angekommen hast du 2 Fäden geschärt, was einem ganzen Gang entspricht.
Nach 10 Gängen (d. h. nach 20 Fäden) legst du den Zählfaden darüber, was dir das Zählen der Gesamtfadenzahl erleichtert: es werden immer nur die Fadenbündel gezählt. Für die Kettfadenanzahl von 151 Fäden schärst du demnach 7 Fadenbündel plus 11 Fäden.
Siehe die drei folgenden Bilder.

Ziehe den Faden beim Schären nicht zu straff, sondern führe ihn eher locker in der Hand, sonst fehlen dir am Ende ein paar Zentimeter.

Ist eine Garnspule aufgebraucht, führst du das Fadenende entweder zur Anfangs- oder zur Endschärklammer zurück und knotest da neu an, damit du später keine Knoten mitten im Gewebe hast. (siehe Foto rechts)

Am letzten geschärten Kettfaden machst du, wie am Anfang, eine Schlaufe und legst sie um die Schärklammer ganz rechs.

Kette abbinden:
Nun musst du die Fäden der Kette sichern. Binde dafür den Anfang und das Ende der Kette fest ab, damit sich die Fäden nicht verschieben können. In das Fadenkreuz legst du die Kreuzleisten. Binde beide Seiten der Leisten zu, damit diese nicht herausrutschen können. Du kannst die Kette noch einmal zusätzlich zwischen der dritten Schärklammer und der Klammer am Ende abbinden.

Jetzt häkelst du die Kette ab. Du beginnst an der Schärklammer ganz rechts und bildest Luftmaschen in Richtung zur linken Schärklammer. (siehe Fotos unten)

Einziehen in den Gatterkamm (oder Webgitter):
Hänge eine Schlaufe des Kettzopfes an eine Schärklammer. An der gegenüberliegenden Tischkante befestigst du den Gatterkamm mittels zweier Schärklammern. Schneide die Umkehrungen, die um die linke Schärklammer lagen, auf. Nimm nun Faden für Faden von den Kreuzleisten und ziehe ihn mit der Häkelnadel abwechselnd ins Loch und ins Riet des Gatterkammes. Die ersten und die letzten beiden Fäden werden als ein verstärkter Faden zusammen eingezogen.

Ist diese Arbeit beendet, sicherst du die Fäden mit Hilfe von Schlaufen unter dem Gatterkamm, um ein Herausrutschen aus dem Kamm zu verhindern.

Anbinden an die Spannleiste:
Löse die Schärklammern vom Gatterkamm und lege diesen flach auf den Tisch. Jetzt musst du die Fäden in einzelnen kleinen Bündeln verknoten. Beginne an einer Seite, nimm 4 nebeneinanderliegende Fäden und mache an deren Ende einen festen Knoten.
Arbeite dich so zur anderen Seite vor. Auf diese Weise knotest du 36 Fadenbündel zu je 4 Fäden und 1 Fadenbündel zu 5 Fäden. Die doppelten Randkettfäden werden als ein Faden betrachtet.

Binde dir jetzt die Spannleiste um den Bauch. Knote die lange Paketschnur an einer Seite um die Spannleiste und ziehe sie "spiralförmig" durch die geknoteten Kettschlaufen und um die Spannleiste herum: du gehst mit der Schnur von oben nach unten durch eine Kettschlaufe, unter der Spannleiste entlang wieder nach oben usw.
Bist du auf der anderen Seite angekommen, knote die Paketschnur gut an der Spannleiste fest.

Setze dich nun so an den Tisch, dass die gesamte Kette, die ja bisher zum größten Teil auf dem Tisch lag, frei hängt. So kannst du perfekt die Gleichmäßigkeit der Kettfadenspannung überprüfen, indem du mit der flachen Hand die Fäden leicht niederdrückst. Ungleichheiten der Spannung kannst du durch Anziehen oder Lockerlassen der Paketschnur regulieren. Es müssen alle Fäden die gleiche Spannung haben, damit du ein schönes Gewebe erhältst. Nur die 2 Fäden an den beiden Rändern dürfen leicht höher gespannt werden als die übrigen, da diese der größten Belastung ausgesetzt sind.

Weben:
Bevor es mit dem Weben endlich losgeht, musst du die Webschiffchen füllen. Ein Schiffchen mit etwas Natur für die Säume, das andere mit genügend Schwarz.
Am besten umwickelst du sie in Form einer 8, einmal die eine Kante des Schiffchens, dann die andere. Wechsele beide Kanten oft ab.

Die ersten drei Schusseinträge machst du mit einem dicken Garn. Das kann irgendein Restgarn sein, das ist später Abfall.
Webe 2,7 cm in natur für den Saum.
Für die Salz-und-Pfeffer-Optik webst du 84 cm in schwarz.
Webe wieder 2,7 cm in natur für den zweiten Saum.
Die letzten drei Schusseinträge machst du wieder mit einem dicken Garn.
Die Fadenanfänge und -enden kannst du ca. 10 cm etwas aufzwirbeln und eine Hälfte wegschneiden, sodass sie nur noch halb so dick sind. Lege diese "halben Fäden" in der selben Farbe und im selben Fach mit ein. So werden sie fixiert und können nicht mehr herausrutschen.
Hast du den ersten Teil von dem Schwarz aufgebraucht, befüllst du dein Webschiffchen neu. Auch hier zwirbelst du vom alten und vom neuen Faden etwa 10 cm auf und schneidest jeweils eine Hälfte weg. Lege die beiden "Fadenhälften" im selben Fach übereinander. So werden beide Fadenenden im Gewebe gehalten.

Der Vorgang des Webens:
Hebe den Gatterkamm mit der linken Hand hoch, lege das Schiffchen mit der rechten Hand in das offene Fach. Nun kommt der Handwechsel: die rechte Hand hält den Gatterkamm hoch und die linke Hand holt das Schiffchen aus dem Fach. Lege das Schiffchen ab, und während die rechte Hand immer noch den Kamm hoch hält, ziehst du den Schusseintrag schräg Richtung Kamm hoch, sodass er zusammen mit dem vorherigen Eintrag ein Dreieck bildet. Dadurch legt er sich schön eng um den äußersten Kettfaden. Ziehe dann den Schussfaden zu einem Bogen herunter, gehe mit dem Kamm in neutrale Stellung und schlage den Schuss an. Nimm, für einen geraden Anschlag, den Kamm in beide Hände.
Für den nächsten Eintrag drückst du den Kamm mit der rechten Hand herunter, legst das Schiffchen mit der linken Hand in dieses offene Fach. Handwechsel: die linke Hand hält den Kamm gedrückt, die rechte Hand holt das Schiffchen aus dem Fach. Schiffchen ablegen, Faden bei herunter gedrücktem Kamm zu einem Dreieck Richtung Kamm hochziehen, zu einem Bogen herunterziehen, Kamm mit beiden Händen in neutraler Stellung des Kammes anschlagen.
Sollte der Schussfaden an der Webkante eine Schlaufe bilden, dann auf keinen Fall einfach am Faden ziehen, sondern den Kamm wieder heben bzw. senken und so im offenen Fach den Faden korrigieren.
Gewöhne dir einen gewissen Rhythmus beim Weben an:
1. Eintrag: Linke Hand hält Kamm hoch, rechte Hand legt Schiffchen ins Fach, Handwechsel: rechte Hand hält Kamm oben, linke Hand holt Schiffchen aus dem Fach.
2. Eintrag: Rechte Hand drückt Kamm herunter, linke Hand legt Schiffchen ins Fach, Handwechsel: linke Hand hält Kamm gedrückt, rechte Hand holt Schiffchen aus dem Fach.
Achte darauf, dass du den Schussfaden immer in einem ausreichenden Bogen einlegst, damit sich die Webkanten nicht zusammenziehen.
Hast du genügend Zentimeter gewebt, löst du die Paketschnur wieder von der Spannleiste und aus den Kettschlaufen.
Löse die Flügelmuttern der Spannleiste und lege das Gewebe fadengerade zwischen die beiden Spannleisten-Teile. Lasse noch genügend Zentimeter herausschauen, um bequem weiterweben zu können.
Ich empfehle, einen Streifen Bastelfilz mit einzulegen, damit sich dein Gewebe in der Spannleiste nicht verziehen kann.
Ziehe die Flügelmuttern wieder fest an, womit der Stoff „eingeklemmt“ wird.
So webst du weiter, bis du das Gewebe wieder ein Stück weiterziehen musst.

Abschlussarbeiten:
Nach den letzten drei Schusseinträgen mit dem dicken Restegarn schneidest du die Kettfäden im Abstand von etwa 5cm vom Gewebe ab. Nähe mit einem normalen Geradstich zwischen dem ersten bzw. dem letzten Eintrag in Baumwolle natur und dem dicken Garn über die Kettfäden, und dann noch einmal in einem engen Zickzackstich darüber, wobei du jetzt den ersten bzw. letzten Baumwollschuss mit erfasst. Schneide dann zwischen der Naht und den dicken Garnen auf, ohne die Naht zu zerschneiden. Zur Sicherheit kannst du noch ein zweites Mal im Zickzack nähen.

Bevor du Deinen Stoff zu einem Beutel verarbeitest, solltest du ihn waschen, denn erst dann ist eine Webarbeit wirklich abgeschlossen. Dazu legst du den Stoff für ca. eine Stunde in lauwarmes Wasser, danach wäschst du ihn in der Waschmaschine. Der Garnhersteller empfiehlt, den Stoff beim ersten Mal bei 60°C zu waschen, was das Ausbluten der Farben verhindert. Später solltest du deinen Beutel nur noch bei 40°C waschen.

Nähen:
Lege die beiden Schmalseiten aufeinander und steppe die Längskanten knappkantig. Hier musst du nichts versäubern, denn das sind ja die Webkanten.
An einer Seite lässt du oben soviel offen wie dein Saum breit ist. Lege die Nahtzugaben des Saumes auseinander und steppe sie fest. Schlage den Saum 2 x nach innen, bügle ihn und nähe ihn fest. In den so entstandenen Tunnel ziehst du die Kordel, verknotest die beiden Enden miteinander und voilà, fertig ist dein Einkaufsbeutel.

Hebe den Kettabfall auf, denn den kannst du für viele verschiedene Zwecke verwenden. Zum Beispiel zum Ausstopfen von Nadelkissen oder Schmusetierchen, oder zum Anbinden von Pflanzen. Oder du stellst Quasten daraus her...

Hier nochmal eine Zusammenfassung in Bildern.

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